wilbasen
  Geschichte
 

Die Geschichte über Wilbasen

Mehr als 575 Jahre hat der Wilbaser Markt, die größte Kirmesveranstaltung in Lippe, bereits auf dem Buckel und gehört damit zu den ältesten Jahrmärkten Deutschlands. Nicht ganz so alt wie Großlibori im benachbarten Paderborn, dessen Wurzeln bis ins Jahr 836 zurück gehen und das damit ein echter Oldtimer ist, älter als das wohl berühmteste Volksfest der Welt, das Münchner Oktoberfest, das erst im 172. Jahr veranstaltet wird, alle Mal.

Aber wer weiß – vielleicht nahmen es die Buchhalter früherer Jahrhunderte nicht ganz so genau und Wilbasen ist viel älter? Die erste urkundliche Erwähnung findet der Wilbaser Markt nämlich in den Kassenbüchern eines Klosters, das in der Nähe des Marktgeländes Richtung Blomberg lag und an das nur noch ein Relief auf dem nächsten Bauernhof erinnert. Im Jahre 1430 war von „Einnahmen aus der Kermisse“  dort die Rede. Und vielleicht sind die Märkte, die unter Umständen schon viele Jahre vorher dort statt fanden, einfach in der Buchhaltung vergessen worden oder die Bücher sind im Dunkel der Zeit untergegangen?

Es war die Zeit und das Ambiente, in der so manche deutsche Kirmes entstand. Außer dem Kloster gab es an jener Stelle eine Gerichtsstätte – und immer dort, wo viele Menschen zusammen kamen, wurde auch „Handel und Wandel“ betrieben.

Später entwickelte sich dieses Kirchweihfest zu einer Veranstaltung, zu der die gesamten Zigeuner Deutschlands kamen: Um ihre Pferde zu verkaufen und um ihre Hochzeiten zu feiern; Wilbasen wurde zu einem der bedeutendsten Pferdemärkte Norddeutschlands. Wenn auch die Anzahl der Pferde zurück gegangen ist, so widmen sich die Händler nach wie vor montags dem Viehhandel: Kleinvieh macht eben auch Mist.

Nach dem zweiten Weltkrieg geriet die Veranstaltung – da sie nicht innerhalb des Stadtgebietes Blombergs lag – in die Hände des Amtes Blomberg und von dort in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts zum Amtmann in Blomberg. 1970 wurden die Amtmänner in die Kreise integriert. Damals wurde überlegt, ob nun der Wilbaser Markt an die Stadt Blomberg abgegeben werden sollte. Als Anekdote wird überliefert, dass der letzte Amtmann und der damalige Ordnungsamtsleiter Blombergs sich nicht so recht grün waren. Dem Amtmann werden die Worte zugeschrieben: „Meinen Markt kriegt der nie!“. Und damit fand er bei der Politik des Kreises wohl Gehör und so kam der Markt mit zur Kreisverwaltung, von wo er noch heute betrieben wird. So ist auch zu erklären, dass der Kreis Lippe die einzige Kreisverwaltung in Deutschland (bzw. sogar Europa) ist, die eine eigene Kirmes veranstaltet

 
   
 
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